Dual DAB43 - Der erste seiner Art

Dual DAB43 - Der erste seiner Art

Ort/Quelle
Bonn/rh

Aus dem reichen Dual-DAB-Sortiment haben wir uns für das DAB43 entschieden, denn es ist im Moment das einzige tragbare DABplus-Radio mit CD-Player.

Das munter ovale Gehäuse des DAB43 trägt schwarz. Nein, ein Hingucker ist das sicher nicht. Auch das Gehäuse wirkt vom Material her schlicht, ist aber ordentlich verarbeitet und solide verschraubt. Das Modell punktet in jeden Fall mit Stereo-Wiedergabe über zwei Lautsprecher und liest Musikdateien auch über USB und von Speicherkarten ein.

Im Gehäusebauch finden zur Not acht AA-Batterien Platz und sorgen für ein hohes Maß an Mobilität. Der Betrieb mit wiederaufladbaren Akkus könnte bei acht Batterien problematisch sein, weil sich dabei die 0,3 Volt Spannungsdifferenz auf insgesamt 2,4 Volt summieren. Bei regelmäßigem Batteriebetrieb gehen die Kosten für die alkalischen Batterien allerdings schnell ins Geld.

Dafür ist das Netzteil im Dual DAB43 fest verbaut, was wirklich sympathischer ist, als die elenden Stecker-Netzteile. Das CD-Laufwerk verdaut neben herkömmlichen Audio-CDs auch auch selbstgebrannte CD-R mit MP3-Dateien. Die Formate WMA und AAC kann der CD-Spieler aber nicht wiedergeben. Auch unseren bespielten DVD-R-Rohling spuckte das Gerät wieder aus. Über den USB-Anschluss ist die Größe des Speichermediums nicht limitiert. Beim Abspielen von einer SD-Karte können nur Kartengrößen bis 2 GB eingelesen werden.

Der digitale Empfangszweig des Dual DAB43 versteht hingegen auch das AAC-Format, es beherrscht DABplus. Die Teleskopantenne verschwindet bei Nichtbenutzung unter dem aufklappbaren Tragegriff. Ausgezogen misst Sie etwa 50 Zentimeter und kann in alle Richtungen geschwenkt werden. Beurteilungen der DAB-Empfangsleistung sind in der Bonner Redaktion nicht mehr möglich. Der Sender Venusberg liegt in Sichtweite und bringt das Bundesensemble und das Landesensemble mit 99 % Signalstärke herein. Positiv ist zu vermerken, dass die Firmware des DAB43 eine manuelle DAB-Kanalwahl erlaubt. Das ist nicht mehr selbstverständlich.

Beim UKW-Empfang kann man ebenfalls zwischen automatischer und manueller Abstimmung wählen. Die Praxis zeigt, dass der Automatikmodus alles findet, was sich leidlich rauschfrei wiedergeben lässt. Schwächere UKW-Stationen haben es beim Dual DAB43 schwer: Das funzelige Campusradio auf 96,8 MHz schafft es verkratzt in die Wiedergabe, BigFM auf 104,9 MHz aus Eifel, Ahrweiler und Köln kommt nur mit viel Rauschen an, RPR1 auf 103,5 MHz (Ahrweiler) hat gar keine Chance.

Einen externen Antennenanschluss sucht man vergeblich. Auch einen Kopfhöreranschluss hat man sich gespart. Dafür gibt es einen Aux-in-Eingang, um andere Audioquellen anzuschließen.

Bei der Bedienung muss sich das Dual DAB43 Abstriche gefallen lassen. Das blau hinterleuchtete Display gibt schwarze Schrift aus. Der Kontrast und die Winkelabhängigkeit können gerade als ausreichend durchgewunken werden. Die acht Tasten umfassende zweite Knopfleiste ist kryptisch beschriftet und mit Doppelfunktionen belegt. Schwerer wiegt allerdings noch, dass man mit den großen Vorlauf-Rücklauftasten der ersten Tastenreihe den Sender auswählt, dann aber die winzige sechste Taste der zweiten Tastenreihe zum Auswählen bemühen muss. Fummelig.

Auch beim Klang kann das kompakte CD-Digitalradio nicht überzeugen. Es tönt zwar ausreichend verständlich, die Musikwiedergabe wirkt aber matt, dünn und bassfrei. „Erstaunlicher Hochbass“, kommentierte der Bürokollege hämisch von Nachbartisch herüber. Auch aus der Stereowiedergabe kann das Dual keinen großen Profit schlagen, denn die räumliche Abbildung fällt spärlich aus.

Fazit

Vergleichbare Geräte ohne DAB gibt es für knapp 60 Euro. Die reinen UKW-Geräte klingen nicht besser und bieten auch keinen besseren Empfang. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Klang nicht überzeugen kann und die Bedienung zumindest Zugeständnisse erfordert. So sind es die neuen bundesweiten Digitalradioprogramme, die den Ausschlag für das Dual DAB43 geben können.

Steckbrief

  • UKW-DAB-DABplus-Rradio mit CD, USB und SD-Karten-Wiedergabe
  • Audioformate CD: MP3, CD-A
  • Anschlüsse: Line-in, USB
  • 2 x 30 Programmspeicherplätze
  • Stromversorgung: eingebautes Netzteil
  • Batteriebetrieb mit 8 x AA-Zellen zu 1,5 V
  • Audioleistung: 2 x 1,5 W RMS
  • Stromverbrauch: 7,4 W (Betrieb), 0,9 W (Stand-by)
  • Abmessungen (B x H x T): 276 x 229 x135 mm
  • Gewicht: 1,5 kg
  • Preis (UVP): 89,99 Euro