UKW-Radio ade


Niels Gründel 22. August 2006

(rh)

Die Ära der mehr als einhundert Jahre alten Technologie des analogen Radioempfangs fand beim englischen Elektronikgroßhändler Dixons ein abruptes Ende: Analog hat ausgedient und wird nicht mehr verkauft.

Die Entscheidung, den UKW-Geräten im Verkaufsprogramm den Todesstoß zu versetzen, fiel leicht, denn die Verkaufsquote Digitalradio zu Analogradio liegt inzwischen bei 30:1. Bereits im Dezember 2003 wurden beim britischen Händler mehr DAB-Radios verkauft, als UKW-Empfänger.
Zum Absturz der Verkaufszahlen der analogen Radios haben auch mobile CD-Spieler und (digitale) MP3-Player wie der iPod beigetragen. Letztlich hat davon auch das digitale Radio profitiert, ist man bei Dixons überzeugt.
Das preiswerteste Digitalradio wird von Dixons online für 29,98 Pfund angeboten, umgerechnet etwa 44 Euro. Pro Monat heisst der Händler mehr als eine Million Besucher willkommen.

„Die Wachstumsnachfrage nach digitalen Radios ist ein weiterer Beweis, dass wir im digitalen Zeitalter leben“, sagt Nick Wilkinson, geschäftsführender Direktor bei Dixons. „Das traditionelle Radio war ein sehr großer Teil des häuslichen Lebens in Großbritannien, in guten wie in schlechten Zeiten, in den letzten 100 Jahren. Einige der bedeutensten Ereignisse in unserer Geschichte sind in die britischen Haushalten von analogen Radiotransmittern übermittelt worden. Es gibt vermutlich kein anderes Stück Technologie, das eine derartige Bedeutung besitzt wie der alte Radioapparat auf dem Kaminsims mit der darumsitzenden Familie.“

Gleichwohl hat Dixons die veraltete Technologie noch nicht überall aus dem Programm genommen. In den „Tax Free“-Geschäften an den Flughäfen und in der Republik Irland kann man auch weiterhin UKW-Empfänger kaufen. Aber in Großbritannien ist man nun im digitalen Zeitalter angelangt.

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