Deutschlandradio nutzt Abgang von LoungeFM für mehr Reichweite


Mario Gongolsky 04. Mai 2015

(Bonn/rh)

Seit dem 1. Mai 2015 ist das Programm LoungeFM Geschichte. Nach der Insolvenz der deutschen Betreibergesellschaft im Januar 2013, wurde das via Digitalradio bundesweit ausgestrahlte Programm nunmehr eingestellt. Die freiwerdenden Kapazitäten wurden dem Deutschlandradio zugesprochen. Ab morgen senden die Programme Dradio, Dradio Wissen mit stärkerem Fehlerschutz und höherer Bitrate.

Seit den Start des bundesweiten Digitalradioangebots im August 2011 sind den Programmbukett damit zwei Programme, nämlich KissFM und LoungeFM, ersatzlos abhanden gekommen. Für die Programmvielfalt sind das keine gute Nachrichten, insbesondere für Hörer in Bundesländern, in denen das landesweite und regionale Angebot mit digitalen Radioprogrammen mangelhaft ist.

Dessen ungeachtet, dürfen die freien Übertragungskapazitäten für Deutschlandradio und DRadio Wissen eingesetzt werden. Ab dem 5. Mai 2015 wird das Deutschlandradio Kultur seine Bitrate von 96 kbit/s auf 112 kbit/s erhöhen. Für DRadio Wissen geht es von von 88 kbit/s auf 96 kbit/s aufwärts. Der DeutschlandfunkDer Deutschlandfunk (DLF) ist der Name für das sowohl informations- als auch kulturorientierte Hörfunkprogramm des Deutschlandradios. Seit 1994 ist er eines von zwei Programmen des Deutschlandradios. sendet weiterhin in der herkömmlichen MPEG-2-basierten Übertragungsnorm DAB (ohne +).

Besserer Empfang in Randgebieten

Weit wichtiger erscheint jedoch die Erhöhung des Fehlerschutzes für Deutschlandradio und DRadio Wissen. Hier wird der so genannte Protection Level von 3A auf 2A erhöht. Das Deutschlandradio verspricht sich hiervon einen Effekt, ähnlich einer Erhöhung der Sendeleistung um 33 %. Das Signal erhält damit mehr Prüfbits, um Übertragungsfehler zu erkennen und fehlende oder fehlerhafte Bits aus den korrekt übertragenen Daten zu korrigieren.

Die Erhöhung des Fehlerschutzes kostet allerdings Übertragungskapazität: Das Deutschlandradio belegt mit seinem Programmen nach Erhöhung von Bitrate und Fehlerschutz 396 von insgesamt 864 zur Verfügung stehenden Kapazitätseinheiten (Capacity-Units, kurz CU). Bislang werden 288 CU beansprucht.

Nach Messungen des Instituts für Rundfunktechnik bringt der Wechsel von Protection-Level 3A auf 2A eine Verbesserung des Signal-Rauschabstandes von 2,5 dB. Was erst einmal nach wenig klingt, kann einen Empfang mit Aussetzern zu einem stabilen Empfang machen.

Mit diesem Schritt drückt das Deutschlandradio bei der Reichweite im Digitalradio auf´s Tempo, um seinen gesetzlichen Versorgungsauftrag zu erfüllen. Die Langwellensender Donebach (153 kHz) und Aholming (207 kHz) – bislang Garant einer bundesweiten Versorgung - wurden zugunsten der Digitalradioverbreitung bereits abgeschaltet. Die verbleibenden sechs Mittelwellensender müssen bis zum 31.12.2015 ihren Betrieb einstellen. Das bundesweiten DAB+-soll bis dahin um 24 weitere Senderstandorte ergänzt werden.