160 Stationen für DAB zugelassen

160 Stationen für DAB zugelassen

Ort/Quelle
Paris/rh

Die französische Medienaufsicht CSA hat für die drei ausgeschriebenen DAB (DMB) Versorgungszonen insgesamt 160 Programmanbietern eine Genehmigung erteilt, im DMB-Standard auf Sendung gehen zu dürfen.

In Nizza und Marseille müssen die Kandidaten noch etwas abwarten, weil die Band-III-Frequenzen bis zum 25. November 2009 vom PayTV-Sender Canal+ belegt sind. Trotzdem sollen Nizza, Marseille und Paris Frankreichs erste Digitalradio-Städte werden.

Die Medienaufsicht hatte 377 Bewerbungen auf dem Tisch und ließ bekannte wie neue Stationen auf DMB zu. Die nächste Bewerbungsrunde startet Ende 2009.

Die Lokalpresse jubelt schon. So titelt die Zeitung „La Provence“: 13 neue Programme für Marseille“, als seien die schon auf Sendung.

Feindbild Bertelsmann

Streit gibt es natürlich auch, so wettert Alain Weill, Chef von NextRadioTV, zu denen die Senderkette RMC und BFM gehören, gegen Geschenke der Medienaufsicht für die großen Dickschiffe wie Bertelmann und Lagerdere, die von Beginn an in allen drei Städten auf Sendung gehen können.

Gegen Bertelsmann hat man sich auch bei NRJ eingeschossen. Der NRJ-Chef Jean Paul Baudecroux bedauerte in der Zeitschrift „Satmag“ die Entscheidung der Medienaufsicht der RTL-Gruppe, die zu Bertelsmann gehört, eine weitere Programmkette zu genehmigen. In Deutschland blockiere Bertelsmann den Zugang von NRJ (Energy) zum Markt und die französische Seite habe jetzt eine günstige Gelegenheit ausgelassen, eine Quittung zu erteilen.

UKW ab 2012 Geschichte?

Andere Zeitschriften fragen sich, warum man das UKW-Radio ab 2012 in die Tonne treten sollte. „Aus den 30 Stationen für Perpingnan auf UKW werden 60 auf DAB“, meint das Onlinemagazin La Clau. Weshalb DMB ein Hit wird, ist den Verantwortlichen der Medienaufsicht ganz klar: Besserer Klang, mehr Programmauswahl und so einfach wie immer. Das sei das neue Digitalradio. Das Internetradio ist noch unbekannt, die Technik wirke geradezu monströs.

Diese Ansicht teilen jedoch auch in Frankreich nicht alle Beobachter. Internetradio, so ist an anderer Stelle zu lesen, sei so einfach wie Kaffee kochen.