Deutsche Welle startet interaktives Jugendradio für Afghanistan

Deutsche Welle startet interaktives Jugendradio für Afghanistan

Ort/Quelle
Bonn/rh

Die Deutsche Welle startet 2009 ein umfangreiches edukatives Radioprogramm in den Sprachen Paschtu und Dari für jüngere Zielgruppen in Afghanistan. Schwerpunkte des neuen interaktiven Angebots „Learning by Ear für Afghanistan“ sind Bildung, Demokratisierung und der Aufbauprozess des Landes.

Dies gab der Intendant des deutschen Auslandsrundfunks, Erik Bettermann, in Bonn bekannt. „Wir bauen auf den überaus positiven Erfahrungen auf, die wir mit diesem innovativen Konzept seit 2008 in unseren Sendesprachen für Afrika gemacht haben“, so der Intendant. „Auf unterhaltsame und informative Weise werden über die neue Reihe wichtige Bildungsinhalte vermittelt.“

Die DW strahle das Fernstudien-Programm (distance-education-program) über Radio – das in Afghanistan wichtigste Medium – aus und stelle es begleitend im Internet bereit. Das Projekt stehe im Kontext der deutschen Außen- und Entwicklungspolitik und werde vom Auswärtigen Amt finanziert, so der Intendant.

Bettermann sagte, das Projekt solle „die vielfältigen Maßnahmen des internationalen Aufbauprozesses in Afghanistan untermauern und zur Akzeptanz eines modernen, demokratischen Gesellschaftsmodells beitragen“. Es richte sich in erster Linie an junge Zielgruppen in Afghanistan. Sie bildeten die Mehrheit der afghanischen Gesellschaft.

„Learning by Ear für Afghanistan“ bestehe aus unterhaltsamen und gleichzeitig informativen Radiomodulen. Dabei würden Themen aus dem Bereich der politischen Bildung – zu Demokratie, Menschenrechten, Zivilgesellschaft und guter Regierungsführung – vermittelt.

In den Modulen „Mädchenförderung“ und „Frauen im Beruf“ greife die Serie die herrschenden Defizite und Vorurteile auf. Im Bereich „Gesundheit“ würden elementare Kenntnisse aus den Bereichen Hygiene, Umgang mit Abfällen, Gesundheitsvorsorge und Familienplanung thematisiert. Ein weiteres Modul widme sich der vielfältigen Drogenproblematik in Afghanistan, den wirtschaftlichen Folgen des illegalen Drogenhandels, dem Drogenmissbrauch sowie Alternativen zum Opiumbau und -handel.

Die DW arbeite bei der Produktion von „Learning by Ear für Afghanistan“ mit afghanischen Autoren und Autorinnen zusammen, sagte der Intendant. Sie würden im Rahmen des Projekts von der Akademie der Deutschen Welle geschult. Die einzelnen Module würden im Zielgebiet gemeinsam mit afghanischen Radiopartnern produziert. Auf diese Weise werde nach einem Produktionsverlauf von maximal sechs Monaten zugleich entsprechendes Know-how vermittelt. In die weitere Gestaltung der Reihe sollten gezielt Hörerreaktionen und Hörerfragen eingebunden werden.

Die DW wird „Learning by Ear für Afghanistan“ über Kurzwelle, Satellit, die Metropolenfrequenz der Deutschen Welle in Kabul sowie über Partnersender in den verschiedenen Provinzen Afghanistans verbreiten. Schulen können auf die Serie, auf Texte und Begleitmaterial zugreifen. Weiterführende Informationen können jederzeit ergänzt werden. „Learning by Ear für Afghanistan“ wird darüber hinaus auf CD zur Verfügung gestellt.