Schweiz

DAB+ kommt in Europa an

Immer mehr Länder in Europa entscheiden sich für DAB+ und starten mit dem Roll-Out neuer digitaler Programme. Dort, wo DAB+ bereits etabliert ist, hat die Programmvielfalt in den letzten Monaten deutlich zugelegt. Für die Hörer bedeutet das: mehr Vielfalt und klarer, digitaler Empfang. In einigen Ländern ist der Anteil am digitalen Hören im Vergleich zum analogen Empfang bereits so hoch, dass sie den vollständigen Umstieg auf DAB+ planen. Norwegen hat vor zehn Monaten das landesweite analoge Netz abgeschaltet.

Schweizer übernehmen Vorreiterrolle bei Digitalradios

In keinen deutschsprachigen Land hat sich das Digitalradio in den vergangenen Monaten so erfolgreich etabliert wie in der Schweiz. Dies belegen aktuelle Zahlen des Schweizer Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM). Demnach kauften die Eidgenossen im vergangenen Jahr ganze 600.000 DAB+-Radios. In 2020 soll das Digitalradio sogar das klassische UKW-Radio von seiner Spitzenstellung verdrängen.

Neue Frequenzen und mehr Platz für DAB+-Radioprogramme

Das eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat am 20. Dezember 2017 je einen zusätzlichen DAB+-Frequenzblock für die deutsche, französische und italienische Schweiz freigegeben. Die Frequenzblöcke für die Deutschschweiz und das Tessin werden vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) an die SwissMediaCast AG vergeben, jener für die Romandie wird öffentlich ausgeschrieben. Das UVEK hat die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) mit der Durchführung des entsprechenden Verfahrens betraut.

DAB+ im Auto immer wichtiger

Für die Autoindustrie wird Digitalradio DAB+ immer wichtiger. Dies ist das Ergebnis der internationalen Automotive-Tagung des Digitalradio Weltverbandes WorldDAB in München. Prominente Teilnehmer aus den Bereichen Autohersteller, Programmanbieter und Regulierer diskutierten über die zunehmende Nutzung von DAB+ im Auto. Auf der Veranstaltung wurden auch die Ergebnisse der „WorldDAB User Experience“-Untersuchung von DAB+-Autoradios veröffentlicht.

Landesweiter Ausbau von DAB+ am 15. November 2016

Am 15. November nimmt das Angebot von DAB+ weiter zu. Unter anderem werden die dritten Radioprogramme der SRG nahezu landesweit sowie drei Privatradios regional neu auf DAB+ aufgeschaltet. Gleichzeitig stellt die SRG definitiv von DAB auf DAB+ um.

Mit dem Ausbau steigt das DAB+ Angebot in der Schweiz auf über 100 Radioprogramme. Hörerinnen und Hörer können noch mehr SRG-Programme anderer Sprachregionen empfangen: Radio SRF 3, Couleur 3 und Rete Tre sind nahezu im ganzen Land zu hören. Deutlich erweitert wird auch das Sendegebiet der Regionaljournale von Radio SRF 1.

Digitalradio überholt UKW in der Schweiz

Digitalradio legt weiter zu: Radio wird in der Schweiz zu 53 Prozent auf digitalem Weg konsumiert. Damit ist digital erstmals stärker als analog. Die digitale Radionutzung wurde im Frühjahr zum dritten Mal mittels Befragung erhoben, deren Resultate am SwissRadioDay in Zürich vorgestellt wurden.

Im Frühjahr 2016 nutzten die Schweizerinnen und Schweizer von 100 Radiominuten pro Tag durchschnittlich 53 Minuten über DAB+ oder Internet. Die digitale Radionutzung ist somit innerhalb Jahresfrist um 8 Prozent gestiegen: von 45 Prozent im Frühjahr 2015 auf 53 Prozent im Frühjahr 2016.

SRG schaltet DAB zugunsten DAB+ ab

Die SRG erweitert ihr Angebot für Digitalradio DAB+. Ab 15. November 2016 ist ein weiterer Teil ihrer DAB+-Programme in der ganzen Schweiz zu empfangen. Damit dieser Ausbau möglich ist, beendet die SRG den Betrieb von DAB.

Schweizer Nationalstraßentunnel mit DAB+

Das Bundesamt für Straßen (ASTRA) rüstet die Nationalstraßentunnel bis Ende 2018 mit DAB+-Technologie aus. Die Investitionskosten betragen rund 30 Millionen Franken. Diese Maßnahme wird infolge der Migration von UKW zu Digitalradio notwendig. Radioempfang in Straßentunnel ist ein wichtiges Sicherheitselement. Auch der UKW-Empfang bleibt deshalb bis zu der von den Privatradioverbänden und der SRG spätestens 2024 geplanten Abschaltung der UKW-Sender gewährleistet.

Viel Potenzial nach oben - in Deutschland

Zum Ende des Jahres 2015 hat es bei einer Reihe von Ländern positive Entwicklungen bei der Versorgung mit DAB+ gegeben.

Bei der Versorgung der Haushalte liegt Norwegen mit 60 % an der Spitze. Es folgen Großbritannien mit 54 % und die Schweiz mit 49 %. Aktuelle Daten für Dänemark sind nicht verfügbar, aber schon Ende 2014 waren 45 % der Haushalte mit DAB-Geräten versorgt. Weit abgeschlagen folgt Australien mit 24 %. Deutschland liegt mit 11 % ziemlich am Ende.

Digitalradio gewinnt, UKW verliert

Radio wird in der Schweiz bereits zur Hälfte (49 Prozent) digital gehört. Der analoge UKW-Empfang verliert weiter an Terrain – in allen Landesteilen und Altersklassen. Das zeigen die Ergebnisse der zweiten Befragung zur digitalen Radionutzung, die heute am «Atelier radiophonique romand» (ARARO) präsentiert wurden. Seit Frühling 2015 erhebt die GfK Switzerland im Auftrag der Arbeitsgruppe «Digitale Migration» (DigiMig) Zahlen zur digitalen Radionutzung in der Schweiz.