Häufig gestellte Fragen zu DAB+


Niels Gründel 22. Dezember 2014

(Mülheim an der Ruhr)

Der Radioempfang per UKW funktioniert einwandfrei. Warum dann DAB+?

Die Verbreitung über die bisherigen Frequenzen erfolgt noch auf analogem Wege. Eigentlich ist Radio per UKW das letzte analog verbreite Medium. Die Möglichkeiten sind ausgereizt und neue Frequenzen für neue Radioprogramme meist nicht verfügbar. Dem einen oder anderen Anbieter kommt das durchaus gelegen, um ungelegene Konkurrenz auf Abstand halten zu können. Doch wenn das Radio mit Zusatzdiensten angereichert werden soll, ist die Digitalisierung der einzige Weg auch für diese Anbieter.

Lassen sich DAB+-Programme mit jedem Radio empfangen?

Nein, das Radio muss DAB+-fähig sein, um die entsprechenden Frequenzen empfangen zu können. Die meisten dieser Geräte empfangen auch die analogen UKW-Programme.

Wie teuer ist ein derartiges Radiogerät?

Die Auswahl ist inzwischen extrem groß. Die günstigsten Geräte beginnen bei knapp unter 40 Euro. Nach oben gibt es kaum eine Grenze.

Nachrüstsets für das Auto sind ebenso verfügbar wie Geräte, die direkt DAB+-fähig sind. Die Auswahl ist hier aber noch deutlich kleiner.

Wie sieht es mit der Programmvielfalt auf DAB+ aus?

Die angebotenen Programme unterscheiden sich je nach Bundesland unterschiedlich. In der Regel sind es aber deutlich mehr als über UKW. Mehr Informationen dazu unter: digitalradio.de.

Ist DAB+ flächendeckend zu empfangen?

Das Sendenetz wird noch immer ausgebaut, wobei in der Regel die Ballungsräume, große Städte und Hauptverkehrsadern eine gute bis sehr gute Abdeckung aufweisen. Im ländlichen Bereich kann die Topografie dem Empfang wie auch bei UKW durchaus schon mal einen Strich durch die Rechnung machen. Ein Datum für eine hundertprozentige Versorgung ist nicht festgelegt worden. Für die aktuelle Versorgung gibt es mehr Informationen unter: digitalradio.de.

Wann soll DAB+ das alte UKW ablösen?

Die EU hatte ursprünglich Pläne, UKW 2010 abzuschalten, um Kosten durch die parallele Verbreitung zu vermeiden und die freiwerdenden Frequenzen für neue Dienste zur Verfügung zu stellen. Derzeit hören aber viel zu wenig Deutsche Radio per DAB+. Norwegen, das kein Mitglied der EU ist, wird den geplanten Umstieg 2017 leicht bewältigen. Schon Ende 2014 hörten dort mehr als die angepeilten 50 % Digitalradio.

Neue Digital-Radio-Sendeanlagen stören den Fernsehempfang?

Je nach Standort und Strahlungsleistung der neuen Sendeanlage kann das durchaus in seltenen Fällen vorkommen, wenn die neuen DAB+-Programme auf denselben Frequenzen wie das Fernsehprogramm übertragen werden.

Das betrifft aber lediglich die analoge Übertragung von Programmen in Kabelnetzen und dort einzelne Programme. Die Kabelnetzbetreiber haben ihre Anlagen ausreichend gegen Einstrahlung abgeschirmt, doch wenn in der Hausanlage die Abschirmung ungenügend ist, machen sich Störungen bemerkbar.

Um Störungen zu vermeiden, sollte ein doppelt bis dreifach abgeschirmtes Anschlusskabel verwendet werden (Klasse-A-Kabel mit einem Schirmungsmaß von mindestens 85 Dezibel).

Alternativ können die meisten Nutzer bei vielen Kabelnetzbetreibern ohne Aufpreis auch direkt zum digitalen Kabelfernsehen wechseln. Allerdings benötigt man dazu einen Receiver für das digitale Kabelfernsehen.

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