Albrecht DR 440-i: Konzentration auf das Wesentliche


Mario Gongolsky 13. August 2009

(Bonn/rh)
Albrecht DR-440i
Albrecht DR-440i

Die Firma Albrecht hat ein neues Internetradios auf den Markt gebracht. Das DR 440-i ist ein WLAN-Internetradio mit iPod-Dock in Reinform. UKW, DAB – im Zweifel alles verzichtbar in Zeiten des Webradios. Was bringt diese Beschränkung auf das Wesentliche?

Ein kantiges, schwarzes Holzgehäuse wird beim DR 440-i mit einer mausgrauen Frontplatte und hellgrauen Tastenleisten kombiniert. Ein vergleichsweise großer Drehknopf dient ausschließlich als Master-Lautstärkeregler bei der Lautsprecherwiedergabe. Ein großes blau-weiß anzeigendes Display sorgt mehrzeilig für den nötigen Durchblick. Das Design ist eine Mischung aus Tivoli-Elementen mit klassischer NAD-Farbgebung. Tatsächlich gibt das Design einen Hinweis auf die Stärke des Albrecht DR 440-i, denn trotz kompakten Gehäuses klingt das Radio mehr als angenehm.

Ähnlichkeiten in der Bedienung teilt sich Albrechts Neuzugang vor allem mit den Terratec-Radios. Das Display ist identisch mit den erfolgreichen Noxon-Radios aus Nettetal. Albrecht setzt mit diesem Modell auf einen Bridgeco-Chipsatz mit Vtuner-Senderverzeichnis.

Die Einrichtung geht einigermaßen flüssig von der Hand. Der WPA-Sicherheitsschlüssel zum Einrichten der Funkverbindung wird über die Fernbedienung eingegeben. Dafür steht ein 10er-Tastenfeld mit SMS-Buchstabeneingabe zur Verfügung. Normalerweise kann man die erforderliche Zahlentaste so oft drücken, bis der gewünschte Buchstabe erscheint. Die Groß-Kleinschreibungs-Umschaltung zwang uns diesmal aber doch zum Studium der Bedienungsanleitung: Die Plus- und Minus-Taste übernimmt den Job der Zeichenumschaltung.

Die Einrichtung der WLAN-Funkstrecke kann übrigens gerne auch ohne automatischem IP-Adressbezug (DHCP) und mit explizit zugewiesenen Geräteadressen erfolgen. Die MAC-Adresse wurde hinten auf das Gerät aufgedruckt.

Frisch und detailreich

iPod Dock und Lautsprecher DR-440iGleich bei der ersten Inbetriebnahme überrascht der klare, frische Klang. Nur ein einsamer Lautsprecher auf der Gehäuseoberseite ist hierfür verantwortlich und der ist mit etwa 85 mm nun wahrlich nicht groß. Intensive Hörversuche offenbaren hier eine geschickte Abstimmung mit angehobenen tiefen und hohen Frequenzen. Die oft anzutreffenden Schwächen in den Grund- und Mitteltonbereichen werden elegant von beiden Seiten verdeckt. Das Ergebnis ist wirklich nicht schlecht: Blasinstrumente klingen ganz natürlich und selbst das virtuose Spiel einer Violine wird nicht durch schrille Zwischentöne gestört.

Ein Bassreflexrohr hebt die auch Bassdarstellung zusätzlich auf ein angenehmes Niveau. Beim Kopfhörerbetrieb am so genannten „Line-Out“ zeigt sich die Bassbetonung recht deutlich, aber das Ausflösungsvermögen selbst feiner Details ist überraschend. Ob Ventilschläge einer Trompete oder Nebengeräusche beim Umgreifen am Gitarrensteg - das DR 440-i gibt am Kopfhörer kaum eine Feinheit vorzeitig verloren.

Wer das kleine Albrecht DR 440-i im Esszimmer auf das Sideboard stellt und gar einen iPod in die vorhandene Docking-Plattform steckt, hat zu jedem Menü die perfekte musikalische Begleitung.

Musikdateien liest das DR 440-i neben dem iPod-Dock auch über die USB-Schnittstelle ein. Musik, die auf der PC-Festplatte lagert, kann über einen UPnP-Musikserver zugeführt werden.

DR 440i mit FernbedienungDie gut geschriebene Anleitung begleitet dabei nicht nur Einsteiger über die Klippen der Einrichtung hinweg, sondern führt Fortgeschrittene Nutzer bis in die Eigenheiten des Musikstreamings, erläutert Datenträger-Filesysteme und die erforderlichen Firewall-Einstellungen beim Musikserver-Betrieb.

Niemand ist ohne Fehler

So ganz perfekt ist auch das Albrecht DR 440-i nicht. Das Gerät verzichtet auf eine durchgängige Bedienung über die Tasten am Gerät, verweist so zwangsweise immer auf die Fernbedienung. Die ist allerdings bei Leibe nicht das Gelbe vom Ei. Eine billige, recht schwergängige Folientastatur muss hier bemüht werden. Vom totalen Daumenkrampf schützt da nur die Transmitter-Funktion. Ein Gedrückthalten der Taste sorgt für eine Befehlswiederholung, erst rattert die Fernbedienung gemütlich von einem Sendereintrag zum Nächsten, schließlich setzt Sie zum Sturmlauf an und macht Sprünge von gut und gerne 8-10 Einträgen.

Es bleibt aber dabei, dass das DR-400i in der Preisklasse eine etwas bessere Fernbedienung verdient hätte.

Nun das große Paket von VTuner

Albrecht spendiert dem DR 440-i einen Vtuner Premiumdienst und der umfasst etwas mehr als 13.000 Stationen.

Wer das Radio schon hat, sollte jetzt unbedingt die Updateverfügbarkeit prüfen (Fernbedienung Taste „System“ dann unten Firmware-Update). Durch einen Kommunikationsfehler wurden die Albrechtradios in der Fabrik nur mit der kleinen Vtuner-Verzeichnislösung ausgeliefert und die hat nur 3.500 Stationen auf Lager.

Noch im August sollte das Update auf dem Server zur Verfügung stehen. Der Unterschied der Verzeichnisse ist beträchtlich. Brachte es die erste Firmware nur auf 230 Stationen aus Deutschland, bietet das DR-440i nach dem Update 823 deutsche Angebote zu Gehör. Zudem steht nach dem Update ein ausführliches Podcastverzeichnis zur Verfügung.

Irgendetwas ist ja immer

Einige kleineren Ungereimtheiten des Albrecht DR 440-i liegen auch in der Software begraben. So gibt es einen Schlummer-Timer (15 bis 120 Minuten in 15-Minuten-Schritten), aber keine Weckfunktion. Die Uhrzeit lässt sich bei Wiedergabe einblenden, sie wird auch nach einiger Zeit sichtbar, wenn man die Wiedergabe unterbricht und danach keine weiteren Bedienbefehle erteilt. Im Stand-by hingegen bleibt das Display schwarz. Steht das Radio länger auf Stand-by, erscheint – weshalb auch immer - das Hauptmenü im unbeleuchteten Display.

Bassreflex und Hauptsromschalter DR 440iDie Kopfhörerbuchse nennt Albecht „Line-Out“. Ein Line-Out ist genau genommen ein Tonausgang mit festem Standardpegel. Beim DR 440-i lässt sich der Pegel aber über die Lautstärkeregelung verändern.

Immerhin ist das Albrecht DR 440-i kein allzu großer Energieverschwender: Das kleine Schaltnetzteil konsumiert im WLAN-Betrieb rund 6,2 Watt, im Stand-by sind mittelmäßige 3,2 Watt. Es gibt aber einen Netztrennschalter, der den Energiebedarf rigide auf Null bringt.

Fazit

Das Albrecht DR 440-i ist eine angenehme Synthese aus edler Optik und ausgewogenem Klang. Auch die Verarbeitung hinterlässt einen durchweg guten Eindruck.

Beim Verkaufspreis von 199 Euro muss das iPod-Dock mit berücksichtigt werden. Trotzdem gehört die Folien-Fernbedienung nicht in den Karton. Auch Musikdienste sollten in der Preisklasse eigentlich zur Verfügung stehen.

Technische Daten

Albrecht DR 440-i

  • Typ: Internetradiogerät mit WLAN- und LAN-Anschluss sowie iPod-Dock
  • Anschlüsse: Netzteil, USB, LAN (RJ45), Line-In, Line-Out (Klinke 3,5mm), WLAN-Antenne
  • Lautsprecher: Ein Lautsprecher ca. 85mm Durchmesser und Bassreflex
  • NF-Leistung: 5 Watt
  • Audioformate: MP3, WMA , gängige Playlisten
  • Datenbank: Vtuner Premium
  • Musikplayerfunktion: über UPnP-Server
  • Fernbedienung im Lieferumfang.
  • UPE: 199 Euro

Herstelleradresse:
Alan / Albrecht Electronic GmbH
Dovenkamp 11
D-22952 Lütjensee
Tel. 04154/849-0

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